Staub,
Rost,
der Schnee von Gestern.

J eder kennt sie: Diese Ruine von nebenan - oder irgendwo in der Nähe. Da, wo all die Junkies hausen, irgendwelche Leute ihre Drogen bunkern - oder da, wo gestern erst die Polizei wieder mal eine Leiche aus dem Keller gefischt hat. Eigentlich sind eben diese Ruinen aber alles andere als nur Bilderbuchspukhäuser.

Hinter jedem verlassenen Ort steckt eine lange und interessante Geschichte. Ob Krankenhaus, das im Krieg tausenden Hilfsbedürftigen Unterschlupf geboten hat - Schokoladenfabrik, die einst im ganzen Land für Qualität, Tradition und besten Geschmack bekannt war - oder die Prunkvilla eines lange verstorbenen Industriellen, die wie ein Märchenschloss von Efeu erobert wird, wo das Industriereichtum langsam wieder eins mit der Natur wird.

Jedes mal ist es auf's Neue ein Blick hinter die Kulissen der Vergangenheit - oft spannender als jedes Museum.

Mit meinen Fotografien aus diesen verlassenen Welten möchte ich zeigen, dass es neben der heilen Welt, voller Menschen, Leben und Modernität noch etwas anderes gibt. Etwas, was man im Trott des Alltages gar nicht wahrnimmt, was niemand wirklich realisiert.

Diese Orte sind offen. Für jedermann zugänglich - leider auch für Zerstörer, wie man auf einigen Bildern sehen wird.

Ich breche dort nicht ein und knacke auch keine Schlösser. Ich nehme dort nichts mit, zerstöre nichts und hinterlasse dort nichts, außer meine Fußspuren.
Und, wie ich solche Orte finde? Ist man viel unterwegs und immer sehr aufmerksam, wird man schnell Erfolg haben.

Augen auf!